Was das Leben bietet

Das Leben schreibt doch die schönsten Geschichten heißt es.

Was das Leben einer 27-jährigen bietet, abverlangt und ermöglicht zeigen die kleinen Stories auf dieser Seite.
Denn: Humor kennt wie das Leben keine Grenzen.

Ich freue mich auf Euch

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#0 Der Tag der Anreise

„Ich will raus!“, war dabei der einzige Gedanke in meinem Kopf. Und wo kommt man besser raus aus dem eigenen Trott und kann für sich sein, als auf dem Jakobsweg?

Google und Amazon-Prime waren meine Vorbereitung. So viel wie möglich in der Kürze der Zeit über den Küstenweg aneignen und so viel wie nötig in der Kürze der Zeit über Amazon-Prime bestellen: Regencape, Taschenmesser, Wandersocken. Komm, was soll schon schief gehen. Bilbao bis Santiago de Compostela. Abflug: 14. Mai. Rückflug? Gibt es nicht. Spätestens zum 20. Juni muss ich wieder in Deutschland sein. Fünf Wochen bleiben mir, um im Pilgermekka Santiago de Compostela anzukommen, ich wage sogar von Fisterra zu träumen.

Und dann ist er da, der Tag der Abreise. Ab in den Flieger, die fetten Wanderschuhe schon an den Füßen spüre ich das freudige Kribbeln im Bauch.

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Wann ist die Frau eine Frau?

Ich dachte immer, die große Frage, die sich auch schon Herbert Grönemeyer stellte, sei doch diese: Wann ist der Mann ein Mann? Schließlich wollen alle Frauen einen richtigen Kerl! Und die gesamte Frauenwelt beschwert sich, dass es keine richtigen Männer mehr gebe, alle verweichlichte Warmduscher, alles Weinschorlentrinkende-Pussies, die Make-Up benutzende hinterhältige Wichser die mittlerweile schlechter Auto fahren als Frauen.

Und jetzt stehe ich hier mit meinem Bier in der Hand und frage mich stattdessen: Wann ist eine Frau eigentlich eine Frau? Können Männer denn überhaupt noch wissen, was sie als Mann zu tun haben, wenn sie gar nicht mehr wissen, was überhaupt eine Frau ist? Ist es wirklich die Schuld der Männer, dass sie so scheiße und unbrauchbar geworden sind, oder sind wir nicht vielleicht daran schuld?

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Problemperspektiven

Und heute? Wie läuft das Aufwachen mit ihm da ab?

“Boah Francine, echt jetzt?!”

Ich schrecke auf und merke, dass ich seine Brust vollgesabbert hab. Entnervt, weil er mich wegen einer solchen Lappalie geweckt hat, wische ich mir über die Mundwinkel, ein Sabberfaden spannt sich zwischen seiner Brust und meinem Mund, ich rolle von ihm runter und ziehe dabei natürlich die komplette Decke einmal mit, sodass ich wie eine sabbernde Sushi Rolle da liege. Da kommt kein “Oh, du bist so wunderschön, Schatz!” mehr morgens.

Problemperspektiven ändern sich einfach mit der Zeit.

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Ehrlichkeit ist ein Miststück II

Aber seit wann ist es falsch die Wahrheit zu sagen? warum kann ich nicht ehrlich sein und sagen:
“Ja, es ist durchaus gut, dass du dich da hinten für die drittletzte Reihe im Schatten hinten links entschieden hast. Rampenlicht steht einfach nicht jedem.”
Das ist kein Mobbing, das ist Fakt.

Und warum kann ich dich nicht ansprechen, ja genau dich, hier vor mir und frei heraus sagen:
“Mensch, ich glaube ich will nicht nur deine Nummer haben, ich glaube ich will mein ganzes Leben mit dir verbringen.”
Also so rein hypothetisch.
Aber er wird so perplex sein, weil er Ehrlichkeit gar nicht mehr kennt und mich nur verwirrt angucken.
Seid ihr das nicht auch leid?
Wollen wir nicht lieber die Mauern um uns vergessen, sie mal bewusst einstürzen lassen, damit wir unsere hübsche Innendeko präsentieren können?

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Familienstress

Strand10

Ich finde, der Duden sollte das Wort Familie als offiziell gültiges Synonym für den Begriff Stress in Zukunft mit aufführen.

Denn Familie bedeutet doch immer Stress.

Der 92. Geburtstag meiner griesgrämigen Oma Gertrud zum Beispiel: Abgezählte Wiener Würstchen (für jeden exakt eins) und billo Ossi-Gedächtnis-Rotkäppchen-Sekt zum Anstoßen – aber auch wirklich nur zum Anstoßen, wofür soll sie denn noch alles für uns Geld ausgeben.

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Playlist of my night

unbenannt

20:30 Uhr und es klingelt an meiner Tür. Birte begrüßt mich mit dem klassischen Freitag-Abend-und-er-hat-sich-schon-wieder-nicht-gemeldet-Starter-Pack:
Ein Packen Desperados stilecht mit einer nicht-Bio-Limette (die sind aber auch so teuer), eine Literflasche vorgemischte Weißweinschorle, eine Flasche Francine-du-trinkst-doch-so-gerne-Jägermeister und eine Flasche Gin für sich selbst. Falls wir heute Abend noch weggehen zwei Piccolöchen für’n Weg und natürlich zwei Packen Kippen. Die sind allerdings nur für Birte allein – ich lebe ja gesund und bin Nichtraucher.

Wir breiten unser Getränkelager vor uns aus. Doch statt dass sich in diesem Moment mit einem voraus ahnenden schmerzenden Stechen unsere Leber meldet und uns von innen in die Seite boxt, freuen wir uns wie kleine Mädchen die gerade ihre Schultüten entleert haben.

So, Heute seh’ ich gut aus,
zieh mich schick an,
setz’ nen Hut auf.
Yeah!

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Besuch bei Oma

Strand9

Gebrieft, geschult, getrimmt, rasiert.
Das Outfit natürlich selbst kreiert,
die korrekte Sprache ihm aufgezwungen,
das Haar selbst in Form gewunden.
Die Marotten erklärt,
die Familiengeheimnisse erzählt,
die Themen besprochen –
Kurzum:
den eigentlichen Freund gebrochen.

So gut haben wir ihn präpariert,
alle Eventualitäten durchgespielt,
alle do’s und dont’s durchexerziert
– er wurde gänzlich authentifiziert.

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Frauenprobleme I

facepalm1

Bei mir bricht der erste Panikschweiß aus und ich hole auffällig unauffällig seine Hand unter meinem Shirt hervor, damit er mein Panikschweißrinnsal am Rücken nicht bemerkt.

Währenddessen denkt er denkt sich nur: Sex!

Anscheinend habe ich den Eindruck erweckt, dass ich das Ganze beschleunigen möchte und er zieht mein Shirt aus. Wir stehen vor meinem Ganzkörperspiegel im Flur und während er mich von oben bis unten zu küssen beginnt kann ich nicht anders als im Spiegel zu kontrollieren, ob meine linke Hüftspeckrolle nicht doch größer ist als die Rechte. Seine ausgeprägten Zungenfertigkeiten bemerke ich dabei nicht einmal. Lieber schnell das Licht ausmachen, bevor ich mir meine ungleich großen abturnenden Speckröllchen noch weiter ansehen muss.

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Ehrlichkeit ist ein Miststück

Strand1

Als Kind lernt man immer: Sei ehrlich, lügen ist böse!
Aber die Gesellschaft lässt einen mit zunehmenden Alter ganz schnell spüren, dass Lügen in der Regel viel besser ankommen als die Wahrheit.
Und genau das ist mein Problem, das habe ich nie gelernt. Ich sage ja immer: ich lästere nicht, ich bin nur ehrlich! Ich bin manchmal zu ehrlich.
Aber Ehrlichkeit ist ein Miststück.

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Scheidungskind

Strand2

Und dann stehste nämlich da und merkst “Fuck, ich bin einfach nur Scheidungskind”.

Ich hab keine additional features, alles was ich vorweisen kann ist einfach NUR Scheidungskind zu sein.
Vielen Dank auch, Werte Erzeuger!

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Die Mücken & Hitler

Strand6

Diesen Text habe ich anlässlich meiner unfassbar juckenden und entzündeten Mückenstiche geschrieben. Um der Wut freien Lauf zu lassen.

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Stabilität vs. Leben

Stabilität

Ich wäre so gerne ne richtige Geisteswissenschaftlerin.
Aber nein, Struktur, Regelmäßigkeit, Weitblick, Überblick, Kontrolle bestimmen mein Leben. Sta-bil.

Doch will ich das wirklich? Was hat mir meine Stabilität denn gebracht?

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Aussteigerleben

Strand3

Es reicht mir!
Ich steige aus.

Also beanspruche ich das Stück Land meiner Familie, drüben, im Osten. Rode die Waldfläche und lege mir daraus einen guten Vorrat an knisternden Brennholz an. Kleine eineinhalb Zimmer Hütte, langt ja eigentlich auch zum Leben, fließend Wasser gibt’s ja aus dem Bach. Paar Solarzellen auf dem Dach und meine kleinen rund 100 Hamster sorgen in ihren zwar nicht von mir aber dennoch handgeschnitzten, lasierten Holzlaufrädern für meine Stromversorgung.

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